Navigationslinks überspringenSchlaganfall > BDH-Klinik Elzach
Elzach
In Elzach verbrachte ich meine erste Reha. Diese fand unmittelbar nach meinem Krankenhausaufenthalt in Freiburg statt. Zu Beginn meines Aufenthaltes befand ich mich ausschließlich im Bett. Mein rechtes Bein konnte ich noch nicht bewegen. Die Physiotherapie begann damit, mich langsam zu mobilisieren und mich zunächst ans Bett sowie auf einen Stuhl zu setzen. Die damalige Physiotherapeutin war eine große Unterstützung. Mit Hilfe einer Haltestange konnte ich allmählich zum Stehen aktiviert werden. Ich selbst versuchte mich so oft wie möglich eigenständig aufzurichten, zu sitzen, zu stehen und schließlich an der Haltestange zu laufen. Mit therapeutischer Hilfe lernte ich das Treppensteigen. Auch dies wiederholte ich selbst immer und immer wieder. Ich wollte unbedingt wieder laufen lernen.

Die ersten vier Wochen befand ich mich ungefähr im Rollstuhl, danach folgte das Laufen mit dem Rollator und im Anschluss frei, ohne weitere Hilfsmittel.

Ergotherapeutisch wurde an der Verbesserung der Beweglichkeit meines rechten, gelähmten Armes gearbeitet – zunächst ausschließlich passiv, dann zunehmend mit leichten aktiven Bewegungsübungen. Die Therapie erfolgte hochfrequent, dennoch war auch hier meine eigene Initiative gefragt, und ich unterstützte den Therapieerfolg durch intensives selbstständiges Üben. Verbesserungen meines rechten Armes erwiesen sich als sehr schwierig und erfolgten zunächst nicht in dem Ausmaß, wie ich es mir erhofft hatte.

Logopädisch arbeitete man mit mir intensiv an meinem Sprachverständnis. Schwerpunkt war das Erfassen von Wörtern und Satzbedeutungen auf einfachem Niveau. Ebenso ging es um die Fähigkeit, Gesprächsthemen zu folgen, Fragen richtig zu beantworten (z. B. Ja-/Nein-Sicherheit), sich in der Kommunikation zurechtzufinden, das Verstandene umsetzen zu können und angemessen zu reagieren. Ein Kommunikationsbuch half mir bei der allgemeinen Verständigung. Später erfolgte auch ein Computertraining zur Optimierung meiner Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit sowie zur Fahrsimulation. Anfänglich nahm ich meine Mahlzeiten allein in meinem Zimmer zu mir.
Etwa nach einem Monat Aufenthalt in der Klinik konnte ich im Speisesaal essen. Hier lernte ich Pierre, meinen Tischnachbarn, kennen. Er hatte ebenso wie ich einen Schlaganfall erlitten.
Wir verstanden uns auf Anhieb – ohne Worte. Da wir beide nicht verbal kommunizieren konnten, tauschten wir uns durch Gesten und Mimik aus. Wir verbrachten unsere therapiefreie Zeit in der Natur. So verließen wir das Reha-Gebäude auch hin und wieder, ohne uns offiziell beim Personal abzumelden. Dies taten wir natürlich nicht in böser Absicht – sorgten jedoch für einige Sorgen im Haus.

www:  BDH-Klinik-Elzach