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Nordrach
2013 begab ich mich zu einer Rehabilitationsmaßnahme nach Nordrach / Klausenbach.

Dort erhielt ich hochfrequente physiotherapeutische, ergotherapeutische und logopädische Behandlungen. Darüber hinaus nahm ich am Hirnleistungstraining teil und führte tägliche Übungen am Computer durch, um meine Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit zu verbessern. Die Therapie erfolgte sowohl in Einzel- als auch in Gruppensitzungen.

In der Physiotherapie wurde insbesondere an der Optimierung meines Gangbildes und vor allem an der Aufrichtung meines Körpers gearbeitet. Ich konnte Geräte der MTT (medizinische Trainingstherapie) nutzen, wodurch ich gezielt Muskulatur aufbauen, meine Ausdauer verbessern und die allgemeine Leistungsfähigkeit meines Bewegungsapparates steigern konnte.

Darüber hinaus erfolgte die Matrix-Rhythmus-Therapie meines rechten Beines. Das ist eine zellbiologische Behandlungsmethode, die mit einem speziellen Gerät (Matrixmobil) sanfte, rhythmische Schwingungen ins Gewebe überträgt, um den natürlichen Muskelrhythmus wiederherzustellen, die zelluläre Stoffwechselaktivität zu optimieren und die Mikrozirkulation zu verbessern.

Die Ergotherapie fokussierte sich auf die Steigerung meiner Handmotorik und Fingerbeweglichkeit. Die Spiegeltherapie empfand ich hierbei als sehr hilfreich. Die Übungen umfassten einfache Bewegungen wie das Beugen und Strecken des Handgelenks oder das Spreizen der Finger. Wichtig dabei war die Konzentration auf das Spiegelbild der gesunden Hand, da mein Gehirn so die Illusion einer gesunden, schmerzfreien Bewegung der betroffenen Hand erhielt. Besonders geholfen hat mir Herr H., der zahlreiche Therapiematerialen selbst erstellte und sehr individuell auf meine Bedürfnisse einging. Seine Therapiemaßnahmen waren sehr intensiv. Zudem standen mir Materialen zum eigenständigen Üben zur Verfügung. Zum Beispiel das Rapsbad zur Verbesserung von Beweglichkeit, Feinmotorik und Sensibilität durch Wärme oder Kälte. Durch das Eintauchen der Hände in die Rapssamen wurde die Durchblutung gefördert, Schmerzen gelindert und Gelenksteifigkeit reduziert. Zusätzlich wurde die taktile Wahrnehmung gestärkt und die Hand-Auge-Koordination verbessert.

Hier lernte ich auch meine heutige Logopädin kennen.

Zum Zeitpunkt der Reha litt ich weiterhin an einer schweren Aphasie, bei der alle sprachlichen Teilbereiche gestört waren. Meine Einschränkungen zeigten sich bei der Sprachverarbeitung, im Sprach und Lesesinnverständnis, beim Lesen und Schreiben, dem Nachsprechen sowie dem Benennen von Wörtern und Sätzen.

Zudem hatte ich eine schwere Sprechapraxie. Dies bedeutet, dass die Planung und Ausführung von Sprechbewegungen (bei intakter Muskulatur) gestört ist.

Meine anfänglich bestehende Fazialisparese (Gesichtslähmung) zeigte sich zum Glück rückläufig und beeinträchtige meinen Alltag zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr.

Aufgrund der Summe meiner sprachlichen und sprechmotorischen Beeinträchtigungen war es mir damals leider kaum möglich verbal oder schriftsprachlich zu kommunizieren. Zu Beginn beschränkte sich die Kommunikation mit den Therapeuten daher auf den Gebrauch von Gesten, Mimik und Hilfsmaterialen in Form von Bildtafeln sowie der Verwendung von einzelnen, oft repetitiven (wiederholten) Wörtern oder automatisierten Phrasen. Während der Reha lag der logopädische Therapieschwerpunkt auf der Wiederherstellung meiner Sprachverarbeitungsleistung und der Steigerung meines Sprachverständnisses. Darüber hinaus wurden erste Übungen zur Reduktion meiner ausgeprägten sprechapraktischen Symptome durchgeführt. Weitere Maßnahmen betrafen die Verbesserung von Wortfindung und Wortabruf sowie die Hemmung von Sprechautomatismen und Perseverationen (Wort- und Satzwiederholungen).

Dabei verwendeten wir u. a.

  • Verschiedene Bildmaterialien und Fotoboxen
  • Die EMS-Methode (Erweiterte Mediationstechnik für Sprechapraxie) zur Wiederannäherung an die korrekte Lautsprache. Die stark automatisierte Kopplung von Gestik und Phonembildung unterstützte mich darin, Störungen im Sprechablauf eigenständig zu kompensieren.
  • Den Phonemdrill, bei dem Laute, Silben und Wörter wiederholt geübt wurden, um meine motorische Planung und Ausführung von Sprechbewegungen zu verbessern. Durch die gezielte Wiederholung wurden die für die Sprechapraxie typischen Suchbewegungen der Artikulationsorgane und die variierenden Fehler bei Wiederholungen reduziert.
  • Ein gut sichtbares Mundbild, verlangsamte, nachvollziehbare Sprechbewegungen sowie taktil-kinästhetische Hilfen halfen mir sehr.
  • Auch sprachmodalitätenübergreifendes Arbeiten, nach dem MODAK-Konzept, bei dem Verstehen, Sprechen, Lesen und Schreiben gleichermaßen stimuliert wurden empfand ich als sehr hilfreich.
  • Für meinen Alltag erarbeiten wir kompensatorische Strategien zur Verbesserung der kommunikativen Fähigkeiten. Dazu gehörten nonverbale Hilfsmittel wie z. B. der gezielte Einsatz von Gesten und Bildern.

Während meiner Reha erzielte ich Verbesserungen des Laufens, sowie Steigerungen der Beweglichkeit meines rechten Armes, der rechten Hand und des Sprechens. Ich bekam Hilfestellungen und Tipps für meinen Alltag.

www  Rehaklinik-Klausenbach